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Die HII-Region IC 2944
RA = 11 h 38 min 20 s, DEK = -63° 22´
22´´
Für Besucher in Namibia kulminiert zur Zeit der
Centaurus am Abendhimmel. Der südwestlichste Teil des Centaurus ragt bis
zum Sternbild Carina in die Milchstraße hinein. Dort, ziemlich in der
Mitte zwischen dem hellen Eta-Carinae-Nebel und dem Kreuz des Südens,
liegt 1,5° südlich des galaktischen Äquators ein sehr fotogenes
Objekt: die HII-Region IC 2944. Diese ausgedehnte Nebelzone gehört zum
etwa 7000 Lj entfernten Carina-Arm der Milchstraße. Der beherrschende
Stern dieses Gebietes ist der 3,1 mag helle, bläuliche Lambda Centauri,
der im Nebelgebiet ein wenig dezentral liegt, aber mit eingeschlossen zu sein
scheint. Dieser B9-Stern von etwa 5 Sonnenmassen hat eine
Oberflächentemperatur um 16000 K. Er ist aber nur 185 Lj von uns entfernt,
steht daher in Wirklichkeit etwa 6800 Lichtjahre vor der ca. 180 Lj
großen HII-Region und kommt deshalb für deren Ionisation nicht in
Frage. Abgesehen davon wäre die UV-Strahlung eines B9-Sterns auch nicht
energiereich genug, um eine HII-Region von 180 Lj Durchmesser zur Emission
anzuregen. Im Inneren des Nebels haben die Astronomen 185 junge Sterne
entdeckt, die überwiegend vom Spektraltyp O bzw. B sind und sich in
verschiedene kleinere Assoziationen untergliedern. Sie ionisieren den
Wasserstoff und verleihen IC 2944 damit die rote Farbe.
Unser AdW zeigt Norden rechts, Osten oben. In IC
2944 erkennt man einige kleine, kompakte Globulen. Solch dichte
Staubansammlungen werden nach dem australischen Astronomen Bart Bok (dem
Gründer des australischen Siding Spring Observatory) gern als
"Bok-Globulen" bezeichnet. Die Entdeckung der Bok-Globulen in IC 2944 wird aber
dem Südafrikaner A.D. Thackeray zugeschrieben, der sie bereits in den
fünfziger Jahren beobachtete. Seitdem heißen sie auch
"Thackeray-Globulen". In der Bildmitte befindet sich die größte
dieser Globulen. Sie misst 55´´ im scheinbaren Durchmesser, was
einem wahren Durchmesser von 1,5 Lj entspricht. Knapp links (ca. 1´
südlich) davon steht der 6.48 mag helle O8-Stern SAO 251511.
Björn Gludau und Dr. Kurt Fischer nahmen im
Juni 2007 das Objekt mit einem Starfire 127 auf und setzten als Kamera eine
Canon 350 Da mit Baader-Filter plus Fokalreduktor 0.8x von Televue ein. Die
Belichtungszeit betrug 20 x 6 min bei ISO 800. Kommentar der Autoren: "Verdammt
kalt im Juni in Namibia bei 0°C, aber umso besser für unsere
ungekühlten SLRs." Anmerkung des AdW-Teams: Es kann dort noch kälter
werden. Wir haben in Namibia schon Juli-Nächte mit -10°C erlebt!
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