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M64, die "Black Eye"-Galaxie im Sternbild Coma
Berenices
RA = 12 h 56 min 44 s, DEK = 21° 41´
00´´
M64 wurde im April 1779 von dem deutschen Astronomen
Bode entdeckt. Charles Messier fügte sie erst im Januar 1780 nach eigenen
Beobachtungen als Nr. 64 in seinen Katalog ein. Die Galaxie wird von Sandage
& Tamman (1981) als Typ Sab klassifiziert, ihr scheinbarer Durchmesser
beträgt 9.3´ x 5.4´. So kommt M64 bei einer scheinbaren
Helligkeit von 8.5 mag auf eine durchschnittliche Flächenhelligkeit von
21.3 mag pro Quadratbogensekunde. Aus ihrer Radialgeschwindigkeit von 377 km/s
ergibt sich eine Entfernung von etwa 5 Mpc, was rund 16 Millionen Lichtjahren
entspricht. Das wiederum würde bedeuten, dass die relativ allein stehende
Galaxie im Durchmesser nicht größer als 44000 Lj ist.
Manche Astronomen reden von der "evil eye galaxy",
also der Galaxie mit dem bösen Auge. Wir bleiben aber beim "schwarzen
Auge", das wohl die markanteste Struktur in M64 ist. Es handelt sich um Staub.
Eine sehr ungewöhnliche Beobachtung machten die Radioastronomen Braun,
Walterbos und Kennicutt im Jahre 1992. Der neutrale Wasserstoff in der
Außenzone von M64 rotiert entgegengesetzt zur Kernzone. Die Ursache
dafür könnte eine vormals eingefangene Zwerggalaxie mit umgekehrter
Drehrichtung sein. HII-Regionen fallen im M64 nicht auf. Die Spiralstruktur in
den Außenzonen ist sehr fein nuanciert und von daher schwierig
wahrzunehmen.
Torsten Grossmann ist neu in der Runde der
AdW-Astrofotografen. Wie in solchen Momenten der Erstpublikation üblich,
begrüßen wir ihn ganz herzlich und wünschen ihm weiterhin viel
Erfolg in der Astrofotografie! Er nahm M64 am 14. März dieses Jahres ab
23.00 Uhr auf. Instrument war ein 6"-Apochromat (TMB) mit dem
Öffnungsverhältnis 1:8, dazu eine CCD-Kamera SBIG STL 4020 im
Selfguiding-Modus. Das Bild wurde mit Darkabzug korrigiert. Die Belichtungszeit
betrug 9 x 10 min (Luminanzkanal ohne Binning) und je 6 x 5 min in den
RGB-Kanälen bei 2-fachem Binning. Aufnahmeort war der Süden des
Landes Brandenburg bei guter Transparenz des Himmels. Der Mond störte
bereits etwas. |