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Am 30. Juni 2007 veranstaltete die
VdS-Fachgruppe Astrofotografie wieder einen Tag der Astrofotografen in den
Räumen der Westfälischen Volkssternwarte Recklinghausen. Nachdem sich
zunächst etwa 20 Astrofotografen angemeldet hatten, gab es eine
schöne Überraschung, als letztlich 37 Teilnehmer erschienen. |
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| Abb. 2:
Pause im Gemeinschaftsraum. Bild: Eberhard Schmidt. |
Abb. 3:
Unterhaltungen nach einem Vortrag. Bild: Eberhard Schmidt. |
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Die Veranstaltung war locker gehalten (Abb. 1
- 3). Es gab keine stringente Tagungsatmosphäre mit vorher festgelegtem
Programmablauf, sondern ein offenes Treffen in ungezwungener Umgebung. Die
Tagungsgebühren entfielen. Säfte, Wasser, Kaffee und Gebäck
standen den ganzen Tag über zur Verfügung. Die Teilnehmer stammten
nicht nur aus Reihen der Fachgruppe selbst. Etliche astrofotografisch
Interessierte hatten die Ankündigungen in den Foren gelesen und waren der
Einladung spontan gefolgt. |
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| Abb. 4: SoFi vom 29.
März 2006, aufgenommen in Libyen von Werner E. Celnik und Otto Guthier.
Mittelformatobjektiv 1:4/350 mm + 2-facher Telekonverter, Fujichrome 100. Das
Komposit besteht aus 12 Einzelbildern von 1/250 bis 8 s
Belichtungszeit. |
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Der Ablauf erfolgte an einigen fachlich
orientierten Vorträgen. Die Themen boten viele neue Informationen und
anschließend genügend Diskussionsstoff. So zeigte Werner E.
Celnik in Einzelschritten, wie er nach der Sonnenfinsternis 2006 in der
libyschen Wüste seine konventionellen Mittelformataufnahmen
weiterverarbeitet hat. Kaum zu glauben, welche Feinstrukturen in der Korona
herauskamen (Abb. 4). Außerdem ermöglichten die hervorragenden
atmosphärischen Bedingungen am Beobachtungsort auch die Wiedergabe von
Flächenstrukturen auf der unbeleuchteten Seite des Mondes. Die Korona
konnte auf langbelichteten Aufnahmen bis in eine Entfernung von 40 Sonnenradien
verfolgt werden, wo sie in das Zodiakallicht übergeht. Das war den meisten
neu. Im Anschluss zeigte der Referent noch einige Aufnahmen vom Kometen C/2006
P1 (McNaught).
Dirk Sprungmann berichtete über
seine astrofotografische Ausrüstung. Er arbeitet mit sehr guten
kurzbrennweitigen Mittelformatoptiken auf konventionellem Film. Zunächst
wurden die Unterschiede der verschiedenen Filmformate dargelegt, auch im
Verhältnis zu CCD-Chips. Die Bildergebnisse bewiesen, dass nach dem
Scannen der großen Negative in der anschließenden Bildbearbeitung
eine Fülle von Details "herauszukitzeln" war. Nebenbei kam der Hinweis des
Referenten, dass seine Tiefkühltruhe mit großen Mengen an
bewährten Mittelformatfilmen gefüllt ist. So kann der Astro-Einsatz
noch auf Jahre hinaus sichergestellt bleiben!
Bernd Gährken demonstrierte, wie
er am 80-cm-Teleskop der Volkssternwarte München Uranusaufnahmen in
bestechender Qualität aufnehmen konnte. Aus einer riesigen Zahl kurz
belichteter Video-Frames wurden nur die besten herausgepickt und gestackt. So
ließ sich ein Großteil der Wirkung atmosphärischer Turbulenzen
ausschalten. Der Appell des Referenten war eindeutig: Probiert es im
Infraroten, dann könnt Ihr am besten die Strukturen auf dem entfernten und
nur 3 bis 4 Bogensekunden messenden Planeten nachweisen. Auch Bernd
Gährken legte noch informative Ergebnisse zum Kometen McNaught nach.
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Abb. 5: Der
chaotische Emissionsnebel NGC 6357 liegt im Skorpion. Die Aufnahme von Josch
Hambsch entstand auf Farm Hakos/Namibia an einem 500-mm-Spiegel f/3. Mit einer
ST-11000 plus H-Alpha-Filter wurde 10 x 15 Minuten ohne Binning
belichtet. |
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In der Mittagspause versorgte uns ein
Pizza-Service mit den nötigen Stärkungen. So konnte der Tagesablauf
problemlos weitergehen. Josch Hambsch wartete mit einem musikuntermalten
Film auf, der sich um seine CCD-Astrofotografie auf Farm Hakos in Namibia
drehte. Regelrecht umwerfend waren unter anderem die Ergebnisse mit einem
lichtstarken 50-cm-Teleskop bei f/3. Langbelichtete H-Alpha-Aufnahmen zeigten
bekannte Objekte, jedoch in einem "neuen Licht" mit teilweise nie gesehenen
Einzelheiten (Abb. 5).
Etwas theoretischer ging es her bei
Andreas Rörig, der uns allen als Macher der Software Regim bekannt
ist. Er stellte unterschiedliche Aspekte beim Stacken von Astrobildern vor. Mit
Blick auf die Verbesserung des Signal/Rausch-Verhältnisses drehte sich
alles um zwei Fragen: Was bewirkt das Addieren und die Bildung von Mittelwert
oder gar Median? Wie und in welchem Umfang lassen sich damit Pixel mit
"falscher" Bildinformation ohne Manipulation eliminieren, angefangen vom
heißen Pixel bis hin zu Flugzeugspuren? |
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| Abb. 6:
Verteilung der Roten Riesen (rote Kreise) und blauen HB-Sterne (blaue Dreiecke)
im Kugelsternhaufen M 5. Die Auswertung von Hans-Günter Diederich zeigt,
dass im Zentrum eindeutig die Roten Riesen dominieren. Außerhalb sind
beide Sternarten gleich häufig verteilt. |
Abb. 7:
Die hellsten Sterne eines Kugelsternhaufens (hier Ausschnitt aus M 92, OES
MegaTEK, RGB je 20 x 40 s, Newton 1120mm/5000mm, Harald Tomsik, Peter Riepe)
sind gelborange. Etwa 2 bis 2.5 mag schwächer sind die zahlreichen blauen
Horizontalaststerne. Nur ganz wenige helle Sterne sind wirklich weiß.
Dies ist bei der korrekten Farbwiedergabe zu beachten. Die Pfeile zeigen auf
zwei Veränderliche, die grün in Erscheinung treten. |
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Hans-Günter Diederich griff in
seiner ihm eigenen Art Neues auf. Animiert durch einen Beitrag auf dem letzten
Deep-Sky-Treffen hatte er Sternpopulationen von Kugelsternhaufen untersucht. Am
Beispiel von M 5 konnte er mittels Farbdarstellung nachweisen, dass Rote Riesen
sich mehr im Inneren konzentrieren, während sich die blauen Sterne des
Horizontalastes stärker im Außenbereich häufen ("mass
segregation", Abb. 6). Dabei fielen ihm einige "grüne Sterne" auf, die
sich nachträglich durchweg als Veränderliche herausstellten.
Peter Riepe griff dies für M 92
auf und konnte dort ebenfalls grüne Sterne (Abb. 7), sogar einen
lilafarbenen, nachweisen - sämtlich RR Lyrae-Sterne. Im weiteren Beitrag
wurden dann auch die je nach Entwicklungsstadium unterschiedlichen
Mitgliedsterne mit ihren physikalisch korrekten Farben vorgestellt.
Unvermeidlich war dabei das Farbenhelligkeitsdiagramm! Hier spätestens
wurde jedem klar, dass zahlreiche Astrofotografen bisher oftmals an den
Farbreglern ihrer Bildbearbeitungsprogramme "gefummelt" hatten, nur um ihre
Kugelsternhaufen fälschlich auf weiß zu trimmen! Harald Tomsik
erläuterte dazu, wie die am Meller Teleskop aufgenommenen CCD-Bilder mit
Hilfe von G2-Sternen kalibriert werden.
Den Abschluss bildete Frank Slotosch,
der seine Ausrüstung und die damit erzielten schönen Astroaufnahmen
vorstellte. Informativ waren die Interferenzfilterergebnisse von Gasnebeln, die
trotz der Stadtlage mit aufgehelltem Himmel als Falschfarbenaufnahmen deutliche
Strukturen aufwiesen.
Nach dem offiziellen Programm fanden sich
noch einige Sternfreunde zum Ausklang in einem netten Lokal zusammen.
Vorläufiger Beschluss: Der Tag der Astrofotografen soll fortgesetzt
werden, spätestens in zwei Jahren. An dieser Stelle einen herzlichen Dank
an Dr. Burkhard Steinrücken, den Leiter der Westfälischen
Volkssternwarte. Er hatte uns seine Räumlichkeiten dankenswerterweise zur
Verfügung gestellt. |
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