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News vom 26.05.2000  von Doris Unbehaun

Schon wieder ein Entfernungsrekord!

Der Entfernungsrekord für ein astronomisches Objekt ist bereits zum xten Mal gebrochen worden. Astronomen haben nun ein Objekt identifiziert, einen Quasar, der ab sofort das entfernteste Objekt ist, welches jemals beobachtet wurde.

Der Name Quasar setzt sich zusammen aus dem Begriffen "quasi" und "stellar". 1960 gelang es erstmals, einer Radioquelle eine unscheinbare, optische Quelle zuzuordnen. Es handelte sich um einen winzigen, schwachen Stern. Mittels Spektroskopie wurde dieser Stern untersucht, die Linien liessen sich jedoch in kein bekanntes Schema pressen. Erst der Astronom Maarten Schmidt erkannte nach Jahren intensiver Untersuchung, dass es sich bei diesen Linien um ganz normalen Wasserstoff handelte, welche aber gewaltig in den roten Bereich des Spektrums verschoben waren. Der "Stern" musste in einer riesigen Entfernung stehen, konnte also gar kein Stern sein, also ein "quasi stellares Objekt". Es war eine Galaxie, 3C273, welche sich mit etwas 1/6 Lichtgeschwindigkeit von uns entfernt. 3C273 befindet sich ca. 2 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Der neu entdeckte Quasar mit seinem punktförmigen Licht ähnelt sieht auch aus wie ein heller, roter Stern. Die Forscher stiessen jedoch bei der spektralen Untersuchung dieses roten Punktes auf eben jenen Quasar, welcher aus der Zeit datiert, als das Universum weniger als eine Milliarde Jahre alt war.

Diese jüngste Entdeckung, welche von Mitarbeitern des NSF Foundation (National Science Foundation) gemacht wurde, ist nur der vorerst letzte Rekord in einer Reihe von entfernten Objekte, welche die Messlatte immer weiter in Richtung "Big Bang" setzen. Und jeder neue Rekord bringt die Astronomen weiter bei der Untersuchung über die frühen Strukturen im gerade entstandenen Universum.

Die Beobachtungen des Quasars, gemacht im März diesen Jahres, wurde mit bodengestützten Teleskopen gewonnen. Die dabei gewonnene Rotverschiebung von 5.8 übertrifft die im letzten Jahr gemachte Observation einer Galaxie mit der Rotverschiebung von 5.7 .

Die Rotverschiebung, also der Betrag, mit dem das Licht eines entfernten Objektes zum roten Ende des elektromagnetischen Spektrums verschoben wird, ist der Massstab für die Entfernung von extrem entfernten galaktischen Objekten.

Zu Beginn diesen Jahres hatten die Astronomen bereits einige Objekte gefunden, welche eine Rotverschiebung von 5,5 und 5,3 aufweisen.

Von Quasaren glaubt man, das ihre Leuchtkraft durch die in ihnen enthaltenen Schwarzen Löcher erzeugt werden. Das Schwarze Loch frisst langsam die in seiner Umgebung vorhandene Materie auf.

Die tatsächliche Bedeutung der Sloan Quasare liegt allerdings nicht in den immer weiter vorangetriebenen Entfernungsrekorden, sondern in der gewaltigen Anzahl, die von SLOAN gewonnen wurden. Die Homogenität, die Qualität und die grosse Anzahl der gewonnenen Daten erlauben Kontinuität und Grundlage für ein besseres Verständnis von Galaxienformung, und das Vestehen von Schwarzen Löchern.

In den letzten 18 Monaten hat die Himmelsüberwachung von SDSS die Anzahl der bekannten Quasare mit einem Redshift von über 4,5 verdoppelt. Das SLOAN Programm untersucht grosse Abschnitte des Himmels und wird, wenn es mit seinen Beobachtungen fertig ist, etwa ein Viertel des Himmels untersucht haben. Dann werden 200 Millionen kosmischer Objekte katalogisiert worden sein. Etwa eine Million davon werden Quasare sein und mit Hilfe eines Spezialteleskops werden von den 100.000 hellsten Objekten die Entfernung bestimmt werden.

SLOAN ist ein Projekt, an dem mehrere Forschungsinstitute und Universitäten beteiligen, u.a. auch das Max Planck Institut für Astronomie.

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