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| News vom 09.06.2000 von Doris Unbehaun |
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Eros könnte ein Überbleibsel des frühen Sonnensystems sein! |
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Die neuesten Daten, welche mit Hilfe der Raumsonde NEAR Shoemaker gewonnen wurden, zeigen, dass der Asteroid Eros eine Art Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems sein könnte. Dies kündigten Wissenschaftler Ende Mai beim alljährlichen "Spring Meeting of the American Geophysical Union" in Washington D.C. an. NEAR Shoemaker kreist seit dem 14. Februar diesen Jahres um den Kleinplaneten Eros. Die Wissenschaftler wollen die Frage lösen, ob der Kleinplanet in seiner Zusammensetzung Erde und Mond ähnelt, also ein komplexer Körper ist, der durch intensive Schmelzprozesse geformt und durchgewalkt wurde und - ähnlich wie die Erde - einen Kern und an der Oberfläche eine Kruste gebildet hat. Oder ist er ein primitiver Körper, der seit Beginn unseres Sonnensystems unverändert seine Bahnen zieht und immer noch die gleiche Homogenität wie zu Urzeiten aufweist. Gewonnen wurden die neuen Erkenntnisse mit Hilfe von NEAR Shoemaker's XGRS ("X-ray/Gamma-Ray Spectrometer"). Damit untersuchten die Geophysiker einen Teil der Oberfläche von Eros. Zu Hilfe kam den Wissenschaftlern eine gewaltige Explosion auf der Sonne am 4. Mai diesen Jahres. Durch die extremen Sonnenflares wurde Eros 30 Minuten lang von Röntgenstrahlen bombardiert. Als Reaktion zeigte die Oberfläche von Eros eine Art Fluoreszenz, welche vom XGRS Spektrometer aufgenommen wurden. Die Detektoren kristallisierten dabei die Verteilung der Elemente Magnesium, Silizium und Aluminium heraus. Der untersuchte Oberflächenbereich von Eros betrug etwa sechs Kilometer im Durchmesser. Demnach scheint Eros ein Körper aus den Anfängen unseres Sonnensystems zu sein. Die Gesteinsmaterialien im untersuchten Gebiet hatten keinerlei Veränderungen erfahren. Ihre Zusammensetzung beweist, dass die typischen Veränderungen durch Aufschmelzung - das Absinken von schweren Elementen in den Kern und das verstärkte Vorhandensein an leichten Silikaten - nicht stattgefunden hat. Allerdings wurde nur ein geringfügiger Teil von Eros untersucht und man muss sich hüten, diese Ergebnisse ohne weitere Untersuchungen auf den ganzen Asteroiden anzuwenden. Steven Squyres, Mitglied des XGRS Wissenschaftsteams sagte: "In Eros können wir die Anteile von Silizium, Magnesium und Aluminium sehen, so wie sie aus der interstellaren Gaswolke herauskristallisierten und wie sie die Planeten gebildet haben. Nicht viel hat sich geändert. Wir sehen hier in die entfernte Vergangenheit!" Die neu gewonnenen Ergebnisse könnten ein wichtiges Puzzleteilchen sein in der Verbindung zwischen den Asteroiden und Meteoriten. Eros ist ein gewöhnlicher Asteroid der S-Klasse. Seine Zusammensetzung scheint ähnlich zu sein wie die in kohligen Chondriten, einer Meteoritensorte, welche recht häufig auf der Erde gefunden wird. Dann können die Forscher erstmals konkrete verwandschaftliche Beziehungen zwischen Asteroiden und Meteoriten beweisen. "Sollten zukünftige Beobachtungen diese Daten bestätigen, dann werden wir von einigen Meteoriten in unseren Museen wissen, woher sie stammen. Dann sagen wir vielleicht nicht mehr nur, das ist ein Stück ähnlich wie Eros, sondern das ist ein Stück Eros!". Das XGRS Team hofft nun, die Analyse des kleinen Bereiches auf Eros auf den gesamten Kleinplaneten ausdehnen zu können. NEAR wird sich in den nächsten Monaten dem Asteroiden bis auf einen Abstand von 50 Kilometern nähern und am 7. Juli soll sich die Sonde nochmals bis zu einem Abstand von 35 Kilometern heranschieben. Diese niedrigen Umlaufbahnen - ein gewaltiges und schwieriges Unterfangen, die Sonde auf stabiler Bahn zu halten. Taumelt doch Eros wegen seiner unregelmässigen Gestalt ziemlich unorthodox im Weltall herum. Sollten diese Manöver gelingen, wird es den Detektoren des Spektrometers möglich sein, die Zusammensetzung des Kleinplaneten ziemlich exakt zu untersuchen. Die Homepage von NEAR Shoemaker befindet sich unter: http://near.jhuapl.edu/. Auf http://near.jhuapl.edu/iod/archive.html ist ein Archiv der Aufnahmen von NEAR Shoemaker über den Kleinplaneten Eros angelegt. Bisherige News von NEAR und Eros finden Sie unter: |
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