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News vom 07.07.2000  von Michael Risch

Dampfender Mars!

Vor zwei Wochen hatte die NASA in einer Pressekonferenz verkündet, dass man Spuren von fließendem Wasser auf dem Mars gefunden hatte. Diese Spuren sind recht jung, jedenfalls geologisch gesehen. Die Bilder, die unter Anderem auch in „Science“ veröffentlicht wurden, zeigen Rillen an Kraterhängen, die man sich am Einfachsten durch fließendem Wasser erzeugt vorstellen kann. Nun weisen neue Untersuchungen an Mars-Meteoriten darauf hin, dass er noch feuchter war, als man bisher glaubte.

Mars ist heute – zumindest an der Oberfläche – ein ziemlich trockener Ort. Er hat wohl in seiner „Jugend“ größere Menge an flüssigem Wasser beherbergt, aber durch seine geringe Anziehungskraft ist der Großteil in der Zwischenzeit verdampft und in den Weltraum verschwunden. Aber man kann die Wassermenge, die Mars jetzt noch ausweist, abschätzen. Der Wasserstoff im Wasser (sowohl auf dem Mars als auch auf der Erde) kommt nicht rein vor. Ein gewisser Teil des Wasserstoffes besitzt ein Neutron mehr, es handelt sich also um das Isotop Deuterium. Da das Wasser, was aus einem Sauerstoff, einem Wasserstoff und einem Deuterium besteht, etwas schwerer ist, verdampft es auf dem Mars auch nicht so leicht. Das Verhältnis zwischen schwererem und normalem Wasser wird also größer sein als auf der Erde. Aus dem gemessenen Unterschied kommen die Wissenschaftler auf die Erkenntnis, dass 90% des Wassers auf dem Mars in der Zwischenzeit verdampft sind.

Dabei geht man aber davon aus, dass zu Beginn das Verhältnis auf der Erde und auf dem Mars gleich waren. Wenn es aber auf dem Mars von jeher größere Mengen von schwererem Wasser gab, so hat er auch weniger Wasser verloren. Um nun die Zustände auf dem jungen Mars messen zu können, suchten Lauri Leshin von der Arizona State University und Ihr Team nach Wasser in alten Marsmeteoriten. Diese Gesteinsbrocken wurden vor Millionen Jahren auf dem Mars gebildet, und die Konzentration an schwererem Wasser in den Wassereinschlüssen sollte über die Zeit konstant geblieben sein.

Das gemessene Verhältnis in diesem Meteoriten war nun zwei mal höher als auf der Erde. Dies würde bedeuten, dass der Mars 2 bis 3 mal so viel Wasser hat, wie man dachte. Aber wo das Wasser jetzt ist, zum Beispiel als Grundwasser unter der Oberfläche oder gefroren als Permafrost, weiß man immer noch nicht.

Quelle: ScienceNOW Klicken Sie hier, um diese Seite zu besuchen!
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