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| Im Herzen der Whirlpool Galaxie | ||||||||||||||||
| 15.04.2001, Doris Unbehaun | ||||||||||||||||
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Ein Komposit aus mehreren Photos der Galaxie M 51 zeigt beispiellose Details in den verwirbelten, dicht zusammengepressten Gas- und Staubwolken der Spiralarme und hilft den Astronomen die darin liegenden rot leuchtenden Sternentstehungsgebiete zu untersuchen. Eine Forschungsgruppe unter Nick Scoville (Caltech) hat sich nun das beeindruckende Zusammenspiel der kalten Wolken und des heissen Wasserstoffs in den Spiralarmen vorgenommen und untersucht diese Geburtsstätten von neuen Sternen. Weitere Mitglieder des Teams sind M. Polletta (U. Geneva), S. Ewald und S. Stolovy (Caltech), R.Thompson und M. Rieke (Uuiversität von Arizona). Messier 51, die Whirlpool oder Strudel Galaxie genannt, ist eine der fotogensten Galaxien und sowohl für Amateure als auch Fachastronomen ein hoch interessantes Studienobjekt. Selbst im bescheidenen Amateurteleskop kann man sie am nördlichen Himmel bewundern und fotografieren.
Die Whirlpool Galaxie (im NGC Katalog unter NGC 5194 geführt) steht nicht alleine, sie hat einen kleineren Begleiter, mit dem sie vor einiger Zeit (im astronomischen Sinne) zusammengestossen ist oder zumindest eine nahe Begegnung hatte. Diese Begleitgalaxie NGC 5195 ist auf der HST Aufnahme nicht abgebildet, sie befindet sich ausserhalb des Bildes. Die Gravitationsanziehung hat sich auf beide Galaxien ausgewirkt. Auf der Amateuraufnahme ist zu erkennen, wie sich der äussere Arm der Whirlpool Galaxie geöffnet hat, sich quasi vom Kern der Galaxie entfernt. Ebenso zu erkennen ist, dass beide Galaxien durch gigantische Staub- und Materiebrücken miteinander verbunden sind.
Das Team um Scoville studierte nun die dichten Staub- und Gasmassen in den Spiralarmen, welche ebenfalls der Gravitationsanziehung unterlegen sind, sich verwirbeln, verdichten und somit zu neuen Sternentstehungsgebieten führen. Das aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzte Bild zeigt nicht nur das sichtbare Sternenlicht, sondern auch die im Licht des Wasserstoffs rot glühenden neuen, heissen Sterne. In den gewaltigen rot leuchtenden Gebieten werden durch das Zusammenballen der Gas- und Staubwolken unzählige neue Sterne geboren. Erstmalig in diesem Detailreichtum zu sehen sind die dunklen Wolken, welche entlang der Spiralarme verlaufen. Man könnte sie mit den Graten und Firsten von Gebirgskämmen vergleichen. Von diesen "Gebirgskämmen" brechen dunkle, fast schwarze Wolkenformationen nach beiden Seiten heraus. Die Vielzahl und die Gleichmässigkeit dieser Nebenarme könnte dazu führen, dass die Astronomen die Theorien von zweiarmigen Spiralgalaxien wieder neu überdenken müssen. Im Zentrum der Galaxie sieht man eine riesige, dichte, gelbliche Staubscheibe, welche vielleicht als zukünftiges "Futter" für ein vermutetes Schwarzes Loch dienen wird.
Das Bild ist ein Komposit aus mehreren Aufnahmen der HST Kameras "WFPC 2", der NICMOS Infrarot Kamera sowie einer Aufnahme, welche mit dem 0,9 m Teleskop des Kitt Peak National Observatoriums, Tuscon (NOAO/AURA) aufgenommen wurde. Die Gesamtaufnahmezeit allein der WFPC 2 lag bei 5,7 Stunden. Die Aufnahmen entstanden in 1995 und 1999. Die Whirlpool Galaxie und ihr Begleiter liegen im Sternbild Canes Venatici (Jagdhunde) und ist etwa 31 Mio. Lichtjahre von uns entfernt. Wer mehr über wechselwirkende Galaxien wissen möchte und insbesondere an der Vielzahl solcher nahen Begegnungen interessiert ist, dem empfehle ich den beeindruckenden Caltech Katalog von Halton C. Arp. |
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