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Jahreszeiten auf Saturn
11.06.2001,   Doris Unbehaun     

Er sieht aus wie eine fliegende Untertasse, der Gasriese Saturn mit seinem Ringsystem, so wie er sich in einem Teleskop dem staunenden Beobachter präsentiert. In nur zehn Stunden dreht sich der Planet um seine Achse, aber 29 irdische Jahre benötigt er, um einmal die Sonne zu umrunden. Nun wurden Hubble Space Aufnahmen aus 5 Jahren zu einer Komposition zusammengestellt, um darzustellen, wie sich im Laufe der Jahre sein Erscheinungsbild von uns aus gesehen verändert und wie die Jahreszeiten das Gesicht des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems verändern.

Saturn's Äquator ist - ebenso wie der der Erde - zur Umlaufbahn gekippt, der Erdäquator um 23°, der des Saturn sogar um 27°. So ist auf seinem Weg um die Sonne mal die obere, mal die untere Halbkugel zur Sonne geneigt, es entstehen Jahreszeiten wie auf der Erde: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Image Credit: NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA) Acknowledgment: R.G. French (Wellesley College), J. Cuzzi (NASA/Ames), L. Dones (SwRI), and J. Lissauer (NASA/Ames)

Die erste Aufnahme - unten links - zeigt den Saturn kurz nach der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche und auf der letzten oberen linken Aufnahme nähert sich der Gasriese der extremen Stellung der Wintersonnwende auf der nördlichen Hemisphäre.

Die Astronomen studieren diese Aufnahmen, um die detaillierten Farbveränderungen der Ringe zu untersuchen. Sie hoffen, dadurch mehr über die Zusammensetzung, Entstehung und Lebensdauer der Ringe zu erfahren. Wie haben sie sich gebildet und wie lange werden sie wohl noch existieren. Im Gegensatz zu ihrer Ausdehnung sind die Ringe unglaublich dünn, lediglich 10m dick sind sie und bestehen meist aus mittelgroßen und kleineren Eisklötzchen. Immer wieder stoßen solche mit Staub verunreinigten "Eiswürfel" zusammen, allerdings auf sanfte Art und Weise, und ohne größeren Schaden dabei zu nehmen.

Das Gravitationsfeld des Saturn stört diese Eisbrocken ständig, sorgt dafür, dass sie in diesem weit ausgebreiteten System verbleiben. Es hindert sie daran, sich zusammenzuklumpen und einen weiteren Satelliten zu formen. Die Ringe haben auch - wie auf den Aufnahmen zu erkennen - eine leicht rosafarbene Farbe. Man vermutet, dass dies auf organisches Material zurückzuführen ist, welches dem Wassereis beigemischt sein könnte.

Saturn ist mit seinem Durchmesser von ca. 120.000 km der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Aufgrund seiner raschen Rotation ist er an den Polen abgeplattet. In nur 10 Stunden dreht er sich einmal um seine Achse. Dadurch entstehen heftige Winde, welche man auf den Aufnahmen als waagerechte Bänder in der Atmosphäre erkennen kann. Die zarten Farbschwankungen in den Wolken entstehen durch den Smog in der oberen Atmosphäre, durch ultraviolette Bestrahlung des Methan. Tief in der Atmosphäre verschmelzen die sichtbaren Wolken und Gase mit den heißeren und dichteren Gasen der unteren Schichten, denn es gibt keine feste Oberfläche, auf der ein Raumfahrzeug landen könnte.

Das Cassini/Huygens Raumfahrzeug, welches 1997 zum Saturn gestartet wurde, wird im Jahr 2004 das System erreichen und eine Sonde zu Titan, dem größten Mond des Saturn senden. Vier Jahre soll Cassini/Huygens um den Gasriesen kreisen und detaillierte Studien über das gesamte Saturnsystem sammeln.

Die Aufnahmen des Saturn wurden mit der "Wide Field and Planetary Camera 2" an Bord des Hubble Space Teleskops gewonnen, beteiligt waren Richard French (Wellesley College), Jeff Cuzzi (NASA/Ames), Luke Dones (SwRI) und Jack Lissauer (NASA/Ames, welche auch für die Zusammenstellung der Aufnahmen für das Hubble Heritage Projekt verantwortlich zeichnen. Die Aufnahmen entstanden jeweils im Abstand eines Jahres, im Oktober 1996, Oktober 1997, Oktober 1998, November 1999 und im November 2000.

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