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| Ein alter Stern gibt seinen "Geist" auf | |||||
| Neunkirchen, November 2002, Doris Unbehaun | |||||
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Das NASA Space Hubble Teleskop hat Aufnahmen des planetarischen Nebels NGC 6369 veröffentlicht, welche unter Amateurkreisen auch als "kleiner Geisternebel" bekannt ist. Er erscheint auf Amateuraufnahmen als kleine geisterhafte Wolke, welche einen schwachen Stern umgibt. NGC 6369 befindet sich im Sternbild Ophiuchus, sein Abstand liegt bei ca. 5.000 Lichtjahren. |
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Wenn sich ein Stern mit der ungefähren Masse unserer Sonne seinem Lebensabend nähert, dehnt er sich aus und wird zu einem "Roten Riesen". Danach bläst der Stern seine äußeren Schichten ins Weltall, es entsteht eine Gasblase, welche sich nach allen Richtungen ausdehnt. Der Name "planetarischer Nebel" stammt vom Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel, welcher 1781 den Planeten Uranus als winziges, grün-blaues Scheibchen entdeckt hatte. Vier Jahre später entdeckte Herschel bei Himmelsdurchmusterungen weitere solcher Scheibchen, die in Aussehen und Form dem Uranus ähnelten. Herschel nannte diese Objekte deshalb "planetarische Nebel". |
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Credit: NASA, The Hubble Heritage Team (STScI/AURA) |
Credit: NASA, The Hubble Heritage Team (STScI/AURA) |
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Diese Nebel ähneln allerdings nur in kleinen Teleskopen einem Planeten. Ein Planet hat einen scharf abgegrenzten Rand und ist eine vollständige Scheibe. Planetarische Nebel sind meist ringförmig mit einem zentralen Stern, welcher vormals diesen Nebel ausgestoßen hat. Außerdem können planetarische Nebel durchaus ausgefranzte Ränder haben, sie sind nicht immer rund, sondern mehr oval oder länglich. Dass diese Gashüllen - von sterbenden Sternen ausgestoßen - im Weltall expandieren, weiß man bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Verschiebung der Absorptionslinien im Spektrum der Gashüllen beweisen nicht nur, dass sich die Gasschalen mit Geschwindigkeiten um 20 bis 50 km/sec ausdehnen, sondern auch, dass sich diese Hüllen radial zum Ursprungsstern ausdehnen. Die expandierenden Gashüllen der planetarischen Nebel (wie auch die Gasausstöße der Supernovae) reichern das Universum mit den im Sterninnern entstandenen schweren Elementen an. Die neuen Sterne, welche in diesen Bereichen entstehen, haben folglich andere Zusammensetzungen wie die Sterne der ersten Generation. Warum nun leuchten die Ringe, die abgeblasenen Gasstrukturen der Sterne? Sie werden durch den verbliebenen Sternenrest angeleuchtet. Diese Strahlung ist sehr energiereich, sie liegt u.a. auch im ultravioletten Bereich. Die Ringmaterie besitzt dabei Temperaturen um 10.000 C. Der vom sterbenden Stern ausgehende Sternwind sorgt für die Ausdehnung im All. Dehnt sich die Materie immer weiter aus, wird sie "ausgedünnt" und ihre Sichtbarkeit wird folglich schwächer. Deshalb sind diese Ringstrukturen keine Dauererscheinung, nach einigen hunderttausend Jahren Auseinanderdriften, lösen sie sich im Weltall auf. Die von Hubble fotografierte Aufnahme wurde mit der WFPC2 im Februar 2002 gemacht. Man erkennt einige bemerkenswerte Details, welche von erdgebundenen Aufnahmen bisher nicht sichtbar gemacht werden konnten. Der Sternüberrest im Zentrum des Nebels strahlt überwiegend im ultravioletten Licht und macht die verschiedenen Gasblasen sichtbar, welche im Laufe der Zeit vom Stern abgestoßen wurden. Es wurden eine ganze Reihe von Bildern mit den unterschiedlichsten Filtern gemacht und kombiniert. So konnten unterschiedliche chemische Elemente in den Gasblasen sichtbar gemacht werden. Die blau-grüne ovale Scheibe besteht aus ionisierten Sauerstoffatomen und die roten Bereiche markieren Stickstoffatome. Auch unsere Sonne wird sich in ca. 4,5 Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen aufblähen, dann wird sie so groß sein, dass sie ihre inneren Planeten verschluckt und bis an die Mars-Umlaufbahn reichen wird. Anschließend wird sie ihre äußere Hülle abstoßen und zu einem der wunderbaren bizarren planetarischen Nebel werden. Der Rest der Sonne wird kollabieren und zu einem winzigen weißen Zwergenstern werden, abkühlen und sich im unendlichen Schwarz des Universums verlieren. |
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