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Das bringt uns 2008!

von Peter und Susanne Friedrich (Texte), Stephan Schurig (Grafiken)
 

Totale Mondfinsternis (21. Februar)

 

Die einzige totale Mondfinsternis des Jahres 2008 ist von Mitteleuropa gut zu beobachten. Sie beginnt in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar um kurz nach Mitternacht. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten um 1:35 MEZ ist allerdings zunächst kaum wahrnehmbar. Interessant wird es mit dem Eintritt in den Kernschatten der Erde um 2:43 MEZ. Das vollständige Eintauchen in den Kernschatten dauert über eine Stunde. Er durchläuft nun den südlichen Teil des Kernschattens, der knapp drei Monddurchmesser misst, innerhalb einer knappen Stunde. Der Mond wird dabei allerdings nicht völlig unsichtbar, sondern leuchtet in einem fahlen rötlichen Licht. Dieses Licht kommt von der Sonne und wird durch Lichtbrechung der Erdatmosphäre in den Schattenbereich hineingelenkt. Zusätzlich wird das Licht an den Luftmolekülen gestreut und von Staubpartikeln oder Wolken absorbiert. Alle diese Prozesse haben einen Einfluss auf die Farbe des Lichts, so dass wir während der totalen Verfinsterung des Mondes ein Farbspiel von gelblichen bis rötlichen Tönen beobachten können. Der vollständige Austritt aus dem Kernschatten erfolgt um 6:09 MEZ in der beginnenden Morgendämmerung.

 

Mond bedeckt Plejaden (12. März)

 

Auf seinem monatlichen Lauf durch den Tierkreis begegnet der Mond regelmäßig den Plejaden oder dem Siebengestirn, wie der Sternhaufen auch genannt wird. Zu nahen Begegnungen oder gar Bedeckungen der Plejadensterne kommt es, wenn der Mond nördlich der Ekliptik läuft. Dieses Mal, am Abend des 12. März, schiebt sich die Sichel des zunehmenden Monds knapp nördlich an den Plejaden vorbei. Das Ereignis spielt sich hoch über dem Westhorizont ab und bietet vor allem in der Zeit von 19:00 MEZ bis 21:00 MEZ einen schönen Anblick. Zunächst ist der Himmel noch durch die Abenddämmerung aufgehellt, danach bleibt die Helligkeit des Mondes. Bei klarem Himmel sollten aber die helleren Plejadensterne trotz Mondhelligkeit mit dem bloßen Auge erkennbar sein. Eindrucksvoller stellt sich die Begegnung im Fernglas oder im Teleskop bei schwächster Vergrößerung dar. Von Norddeutschland aus betrachtet werden drei der schwächeren Plejadensterne zwischen 19:00 MEZ und 20:00 MEZ bedeckt: 19, 21 und 22 Tauri. Von etwas weiter südlichen Beobachtungsorten wie z.B. Bonn wird nur 21 Tauri bedeckt. Wenn der Mond bald nach Mitternacht untergeht, hat er sich bereits mehrere Monddurchmesser von den Plejaden entfernt.

 

Partielle Sonnenfinsternis (1. August)

 

Nicht jedes Jahr findet eine totale Sonnenfinsternis statt. Selten ist ein solches Naturereignis aber vor allem deswegen, weil es jeweils nur in einem schmalen, scharf begrenzten Streifen auf der Erde zu sehen ist. Während 1999 die Totalitätszone durch Süddeutschland verlief, zieht sich am 1. August der Pfad der totalen Verfinsterung vom Nordpolargebiet kommend von Nord nach Süd durch Russland und die Mongolei, um schließlich in China zu enden. Die maximale Verfinsterung von knapp zweieinhalb Minuten wird in Nordrussland erreicht. Etwas weiter südlich in Nowosibirsk, das fast genau auf der Zentrallinie liegt, sind es aber auch noch 2 Minuten und 20 Sekunden Totalität. Im deutschsprachigen Raum ist die Sonnenfinsternis eine partielle mit einem Bedeckungsgrad um die 20%, wobei der Mond den nördlichen Teil der Sonne verdeckt. Das Maximum der Bedeckung wird etwa um 10:30 MESZ erreicht. Der genaue Zeitablauf und der Bedeckungsgrad hängen vom Beobachtungsort ab. Für die Beobachtung ist es unbedingt erforderlich, die Augen bzw. das Beobachtungsinstrument mit einer Sonnenfinsternis-Brille bzw. einem speziellen Filter zu schützen!

 

Mond bedeckt Venus (1. Dezember)

 

Zu einem spektakulären Zusammentreffen der drei (nach der Sonne) hellsten Gestirne kommt es am Abend des 1. Dezember: Venus überholt Jupiter südlich in einem Abstand von 2°, dabei wird sie vom Mond, der sich als schmale Sichel zeigt, eingeholt und für eine gute Sunde bedeckt. Das Schauspiel findet am frühen Abend knapp über dem Südwesthorizont statt. Die Venusbedeckung beginnt noch in der Abenddämmerung um kurz nach 17:00 MEZ. Da sich der unbeleuchtete Mondrand vor den hellen Planeten schiebt, ist für deutlichen Kontrast gesorgt. Nach über einer Stunde taucht Venus am südlichen Teil der Mondsichel wieder auf. Bei einer Beobachtung mit dem Teleskop ist auch die Phase der Venus klar zu erkennen, sie zeigt sich gut halb beleuchtet. Jupiter steht 1,8° nördlich des Mondrands und kann im niedrig vergrößernden Teleskop mit entsprechendem Gesichtsfeld gleichzeitig gesehen werden. Aufgrund seiner Entfernung ist er wesentlich schwächer als Venus, stünde er genauso nah, würde er den 12-fachen Durchmesser und ein Mehrfaches ihrer Helligkeit aufweisen. Der blasse Teint des Riesenplaneten ist vor allem auf das verminderte Sonnenlicht in der großen Entfernung zurückzuführen. Dagegen geht die blasse Erscheinung der weit im Vordergrund stehenden Mondsichel auf das sehr dunkle Gestein unseres Trabanten zurück, das ähnlich düster wie Kohle ist.


Das Astronomische Jahr 2008 –
Woche für Woche Daten und Grafiken zur eigenen Beobachtung der Gestirne

WocheBehandeltes Ereignis
1Mira im Maximum (ca. 15. Januar)
2Mars' größte nördliche ekliptikale Breite (11. Januar)
3Lichtstrahl beim Mondkrater Hesiodus (16. Januar)
4Merkur in größter östlicher Elongation (22. Januar)
5Venus begegnet Jupiter (1. Februar)
6Hebe in Opposition (6. Februar)
7Goldener Henkel am Mond (16. Februar)
8Totale Mondfinsternis (21. Februar)
9Mond bedeckt τ Scorpii (29. Februar)
10Junge Mondsichel (8. März)
11Mond bedeckt Plejaden (12. März)
12Io und Ganymed vor Jupiter (22. März)
13Rupes Recta im Abendlicht (29. März)
14Iris in Opposition (9. April)
15Mond bei M 44 (13. April)
16Mond bei Saturn (15. April)
17δ Cephei im Maximum (22. April)
18Maximum der η-Aquariden (5. Mai)
19Mond bedeckt Mars (10. Mai)
20Merkur in größter östlicher Elongation (14. Mai)
21Verfinsterungen der Jupitermonde Ganymed und Kallisto (22. Mai)
22Vorübergang von Saturnmond Tethys (1. Juni)
23Schattendurchgang von Jupitermond Io (8. Juni)
24Juno in Opposition (12. Juni)
25Doppelter Schattenvorübergang auf Jupiter (16. Juni)
26Juni-Bootiden (27. Juni)
27Mond bei Regulus, Mars und Saturn (6. Juli)
28Jupiter in Opposition (9. Juli)
29Mond bedeckt 51 / 52 Sagittarii (18. Juli)
30Minima von Algol und β Lyrae (26. bzw. 24. Juli)
31Partielle Sonnenfinsternis (1. August)
32Neptun in Opposition (15. August)
33Partielle Mondfinsternis (16. August)
34Miranda bedeckt Umbriel (23. August)
35Mond bei M 35 (26. August)
36Doppelter Schattenvorübergang auf Jupiter (2. September)
37Uranus in Opposition (13. September)
38Mond bedeckt Plejaden (20. September)
39Mond mit Erdlicht (28. September)
40Maximaler Phasenwinkel bei Jupiter (5. Oktober)
41Verfinsterung von Saturnmond Rhea (8. Oktober)
42Saturnringöffnung kleiner als 3,5° (18. Oktober)
43Merkur in größter westlicher Elongation (22. Oktober)
44Vesta in Opposition (30. Oktober)
45Mond bei Neptun (6. November)
46Mond bedeckt Plejaden (13. November)
47Leoniden (17. November)
48Bedeckung von Saturnmond Titan (29. November)
49Mond bedeckt Venus (1. Dezember)
50Mond bedeckt ε Geminorum (13. Dezember)
51Mond größte Libration Ost (19. Dezember)
52Durchgang von Saturnmond Titan (23. Dezember)
53Merkur in größter östlicher Elongation (4. Januar)

Wie lange dauert es, alle relevanten Informationen für einen Beobachtungsabend zusammenzustellen?

Das Astronomische Jahr ist ein Jahrbuch der neuen Generation, das Astronomie-Interessierten hilft, sich in der Flut der heute vorhandenen Daten zurechtzufinden, indem es die wesentlichen Informationen herausfiltert und gleichzeitig praxisorientiert aufbereitet:

  • Alle Himmelsdaten einer Kalenderwoche sind übersichtlich auf zwei gegenüberliegenden Seiten im Querformat dargestellt. Dieses neue Konzept legt besonderen Wert auf eine strukturierte Gliederung und bequeme Handhabung.
  • Blättern und zeitintensives Zusammensuchen von Informationen für einen Beobachtungsabend entfallen.
  • Wichtige Ereignisse sind thematisch gruppiert und auf einen Blick zu erkennen; für jede Woche wird dabei ein Ereignis besonders detailliert behandelt.
  • Alle Informationen sind in leicht verständlichen Grafiken umgesetzt und geben somit ohne Auslesen von Tabellen einen Überblick über die aktuelle Situation am Himmel.
  • Selbstverständlich können auf Wunsch auch alle Daten ganz genau in der umfassenden Tabelle nachgeschlagen werden.
  • Die dort aufgelisteten Ephemeriden sind nicht nur tagesgenau, was ein Umrechnen oder Interpolieren mit dem Taschenrechner nicht mehr erforderlich macht, sondern können Dank Farbcodierung besonders schnell erfasst werden.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dem Beobachter alle notwendigen astronomischen Größen an die Hand zu geben, die für die eigene Beobachtung entscheidend sind. Mehr noch: Im Astronomischen Jahr sind erstmals bisher nur schwer verfügbare Daten zu finden, wie beispielsweise die grafische Darstellung der Uranus-, Neptun und Marsmonde. Darüber hinaus soll eine Auswahl ungewöhnlicher Himmelsereignisse neue Anregungen für eigene Beobachtungen geben, so wie es aus der Zeitschrift interstellarum bereits bekannt ist.

In der Ausgabe für 2008 wurden gegenüber dem Vorjahr verbessert:

  • größere Schrift, einfacher lesbare Tabellen
  • ausführliche Beschreibung eines Wochenereignisses in Wort und Bild
  • Jahresübersicht der wichtigsten Ereignisse
  • optimiert für die Lesbarkeit mit roten Taschenlampen

128 Seiten, kartoniert, 30cm×21cm, durchgehend farbig, ISBN 978-3-938469-19-4, September 2007 (1. Auflage)

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